Bodenpflege, Bodenleben, Mangelsymptome und Pflanzennährstoffe.
Bodenuntersuchung: Erst testen, dann düngen.

In einem naturgemäß bewirtschafteten Garten stehen die  Maßnahmen zur Pflege des Bodens eindeutig im Vordergrund, denn Bodengare und natürliche Bodenfruchtbarkeit sind die Voraussetzungen für gesundes Pflanzenwachstum.

Die natürliche Fruchtbarkeit und Gesundheit eines Bodens hängt ganz entscheidend von den in ihm
lebenden Organismen ab. Damit sich diese optimal ansiedeln und entwickeln können, darf der Boden weder zu sauer noch zu alkalisch sein. Der Idealbereich für eine artenreiche, ausgewogene Zusammensetzung der Bodenorganismen liegt im pH- Bereich zwischen 5,5 und 7 . Die  Entwicklung des Bodenlebens wird durch den Kalkgehalt des Bodens entscheidend beeinflusst. Der Boden  im Siegerland gilt als kalkarm. Zur Erhaltungsdüngung genügen ca. 75 gr. Kalk pro m² jährlich. ( dazu Düngevorschlag der Bodenuntersuchung beachten. )  *

Mangelsymptome und Pflanzennährstoffe:

Alle Pflanzen benötigen zum Wachstum und zur Ausbildung von Blüten und Früchten bestimmte
Nährstoffe, die sie über Blätter und Nadeln, über Sprosse und Stengel, vor allem aber über die Wurzeln
aufnehmen. Licht, Wärme, Kohlendioxid, Sauerstoff und Wasser sind für das Leben unentbehrlich. Doch
durch die alleinige Aufnahme würden die Pflanzen nicht satt werden.

Pflanzen brauchen  Nahrung:

Unentbehrlich für alle Kulturpflanzen sind die Hauptnährelemente Stickstoff, Phosphor, Kalium, Schwefel, Calcium und Magnesium. Als Spurenelemente, also in sehr kleinen Mengen, werden zusätzlich benötigt:
Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Chlor und Molybdän. Weitere Nährelemente fördern das Wachstum
bestimmter Pflanzen  z.B. Natrium, Silicium und Kobalt.

Mangel und Überschuss:

Durch Bodenpflege und Düngung versucht der Gartenbesitzer dem Nährstoffbedarf seiner Pflanzen gerecht zu werden. Eine einseitige Düngung, ein einseitiger Nährstoffentzug, Festlegung oder Freisetzung von Nährelementen im Boden und andere Faktoren können leicht zu Mangelsymptomen und Überschüssen führen.

Stickstoff: Fördert das vegetative Pflanzenwachstum. Im Boden muss dieses Hauptnährelement zunächst von Bakterien, Pilzen und Algen in Nitrat und Ammoniak umgewandelt werden, es wird dann über die Pflanzenwurzeln aufgenommen. Stickstoffmangel zeigt sich an der Aufhellung und Vergilbung der Blätter die zudem klein bleiben. Eine Überdüngung mit Stickstoff führt dazu, das die Pflanzen zu stark ins Kraut schießen und kaum Früchte bilden.

Phosphor: Phosphor ist wichtig  für die Bildung von Blüten, Früchten und Samen, für den Aufbau der Zelsubstanz in Blättern und Stengeln und für den Energiehaushalt der Pflanzen. Phosphormangel ist daran zu erkennen, dass sich die Blätter von dunkelgrün zu gelb, braun bis dunkelrot oder schwarz verfärben und schließlich absterben. Die Pflanzen bleiben klein. Phosphorüberdüngung verursacht Wuchshemmungen, da die Pflanzen in der Spurenelementaufnahme behindert werden.

Kalium: (auch Kali genannt) festigt das Zellgewebe und sorgt für kräftige Wurzeln und Knollen. Früchte und Gemüse sind länger haltbar. Der Wasserhaushalt wird reguliert.Bei Kalimangel werden die Pflanzen schlaff, Blattränder und – spitzen verfärben sich braun und trocknen allmählich ein. Die Pflanzen sind anfälliger  gegen Pilzkrankheiten und Schädlinge.

Calcium: Kalk ist ein unentbehrlicher Baustein wichtiger pflanzlicher Inhaltstoffe, er wirkt sich auf gesundes Wachstum der Wurzeln und Triebe aus.  *  ( Siehe oben)

Magnesium: ist der zentrale Baustein  des Blattgrüns, ist unentbehrlich für die Steigerung des Wachstums, des Ertrags und der Qualität von Kulturpflanzen. Magnesiummangel zeigt sich zunächst an den älteren Pflanzenteilen. Die Blätter werden gelb, der Mangel tritt häufig in sauren Böden auf.

Eisen: brauchen  die Pflanzen für den Stoffwechsel und die Bildung von Blattgrün.

Bodenuntersuchung: Die sorgfältige und richtige Probenentnahme ist für den Erfolg von Bedeutung. Es ist wichtig, dass die Probe den Durchschnitt der ganzen Fläche entspricht. Bei Acker – und Gartenland nimmt man Proben bis zu einer Tiefe von 20 cm. Bei Wiesen und Weiden bis zu einer Tiefe 10 – 15 cm. Man zieht an mind. 10 Stellen des Grundstückes  schmale Erdscheiben . Aus dieser Mischung werden 200 gr. in einem Kunststoffbeutel verpackt. Die Proben müssen mit Name, Grundstück, Entnahmetag, angebaute Kultur, Vorfrucht und Düngung beschriftet werden.

Adresse: HESSISCHE  LANDWIRTSCHAFTLICHE  
             VERSUCHSANSTALT
              –  Landw. Untersuchungsamt –
             Am Versuchsfeld  13
             34128 Kassel


Nach dem langen Winter brauchen Sträucher und Bäume Pflege und Düngung. Bei den Brombeeren immer auf junge Triebe setzen.  Beim Schnitt alte und abgetragene Ruten abschneiden.


Die Bodenprobe gibt Aufschluß über die Zusammensetzung. Nach dem Düngevorschlag kann eine Kalkdüngung  jetzt  im zeitigen Frühjahr erfolgen.

Nützlinge:

Mit uns im Bunde gegen die Überhandnahme von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten sind viele Tiere
die im Garten Unterschlupf und Behausung haben können, wenn wir ihnen bewusst Bedingungen
schaffen, die unseren Garten anziehend für unsere kleinen Freunde machen. Unseren Vögeln gehört nicht nur unsere ganze Sympathie, weil sie schön zwitschern, sie halten auch die Schädlinge in Schach. In der Vegetationszeit vertilgt ein Meisenpärchen mit seinen Jungen über einen Zentner Insekten, von denen die meisten Schädlinge sind. Ob Apfelblütenstecher, Obstmaden, Larven, Raupen,  Blattläuse, Schnecken – fast alle Vögel ernähren sich und ihre Brut damit. Dazu kann der Gartenbesitzer rechtzeitig im Frühjahr Nistkästen in mind. 3 Meter Höhe aufhängen.

Text und Fotos: Heinrich Bruch

Bedarfsgerechte Düngung in Obstwiese und Obstgarten