Bild: Musikapelle-Irmgarteichen.de

Der Brand

Gemeldet wurde der Feuerwehr am 27. April gegen 4.20 Uhr ein Zimmerbrand in der Dorfmitte. Als die ersten Feuerwehrleute die Einsatzstelle gegenüber der Kirche erreichten, zog dunkler Rauch aus dem Gebäude. In der Küche vermuteten die Retter das Feuer, denn an dieser Stelle qualmte es am stärksten.

Mit schwerem Atemschutz ausgerüstete Feuerwehrleute drangen in das Haus vor. Auch von Außen war zunächst kein offenes Feuer zu finden.

In dem 350 Jahre alten Wirtshaus gab es aber wohl in der Fachwerkkonstruktion versteckte Räume, in denen sich die Flammen lange Zeit unbemerkt weiter ausbreiten konnten, so die Feuerwehreinschätzung der Lage.

Denn etwa 40 Minuten später nahm der Einsatz — offenbar nicht von den Einsatzkräften erwartet – eine dramatische Wende. Augenzeugen berichten von einer berstenden Scheibe. Unmittelbar danach loderten dann offene Flammen aus dem Dach. Das unter Sauerstoffmangel schwelende Feuer hatte durch den Luftzug Kraft erhalten. Flash-Over nennen das die Feuerwehrleute. Wenige Minuten später nach der Durchzündung stand der gesamte Dachstuhl des unter Denkmalschutz stehenden Hauses in Vollbrand.

Die Feuerwehreinsatzleitung löste Großalarm für die Feuerwehrleute der Stadt Netphen aus. Bei Tagesanbruch kämpften mittlerweile 80 Feuerwehrleute aus der Stadt Netphen, Deuz, Hainchen, Irmgarteichen, Rudersdorf, Freudenberg und Siegen mit den Flammen. Von zwei Drehleitern aus wurden das Feuer auch von Oben bekämpft.

Das vor dem Haus stehende Auto der Wirtsleute konnte zunächst nicht aus der Gefahrenzone gebracht werden, da der Schlüssel in der Wirtsstube lag und dem Inhaber das Betreten des Hauses nicht gestatte werden konnte, da die angegriffen Fachwerkdecken jeden Augenblick einzustürzen drohten.

Durch den Großalarm im Johannland wurde auch der aus Freudenberg kommende stellvertretende Kreisbrandmeister Uwe Saßmannshausen an den Unglücksort gerufen. In einer ersten Bilanz konnte Feuerwehrpressesprecher Dietmar Kalteich berichten, dass kein Mensch verletzt wurde, weder Hausbewohner noch die Retter selber.

Der Gastwirt stand aber schon am Mittag mit Nachbarn und Helfern vor den Trümmern seiner Existenz. Dach-, Wohn- und Erdgeschoss mit Küche und Gasträumen waren schwer beschädigt oder zerstört, der vollgelaufene Keller wurde leergepumpt. In Nahbarschaftshilfe wurden nach dem Ende der Löscharbeiten Tiefkühlwaren geborgen. Noch während der Löscharbeiten hatte die Polizei mit ihren Ermittlungen begonnen und das Gebäude beschlagnahmt.

Quelle: http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/netphen/2008/4/27/news-41493890/detail.html 

Gasthof Ley wird ein Raub der Flammen