Deutschlandbesuch abgesagt
Der indische Pfarrer Sebastian, der von der Indienhilfe Irmgarteichen unterstützt wird, schickte einen Bericht aus seiner Heimat. Die Lage im Küstenort Nagapattinam im Südosten Indiens hat sich nach der Flutkatastrophe etwas stabilisiert. Trotzdem gibt es noch viel zu tun. Deshalb kann der Priester auch nicht, wie in diesem Jahr für April/Mai geplant, nach Deutschland kommen. „So Gott will, werde ich Euch im Mai 2006 besuchen,“ schreibt Pfarrer Sebastian.

Die Spenden, die er von seinen deutschen Freunden bekommen hat, wurden und werden in drei Phasen für die Tsunami-Opfer, besonders für Schulkinder, verwendet. In der ersten Phase wurden Lebensmittel gekauft, um Leute, die in seiner Schule Zuflucht gesucht haben, zu versorgen. Darüber hinaus mussten Medizin und Krankenhauskosten für verletzte Personen bezahlt werden.

In der zweiten Phase wurden 330 Schüler in Pfarrer Sebastians Schule, die ihr Zuhause, ihre Habe und auch teilweise ihre Eltern verloren haben, mit Schuluniformen und einer neuen Schultasche inkl. Schulbüchern, Heften etc. ausgestattet. Vier Schneider wurden beschäftigt, die die Schuluniformen (je 2 pro Schüler) und die Schultaschen für alle neuen Schüler nähten. Normalerweise haben die Schulen 6 Wochen Sommerferien, die Mitte April beginnen. Dieses Jahr jedoch ist die Arbeitszeit in den Schulen, die von der Flut betroffen sind, bis zum 15. Mai, d.h. um einen Monat verlängert worden. Bereits nach zwei Wochen (Anfang Juni) muss die Schule wieder beginnen. Alle Schüler, die Pfarrer Sebastian in seiner Schule aufgenommen hat, werden auch weiterhin unterrichtet, und die Waisenkinder können dort wohnen.

„In der dritten Phase plane ich – je nach verfügbarer Mittel – Jungen und Mädchen, die ihr 10. oder 12. Schuljahr beenden, berufsorientierte Praktika zu vermitteln,“ schreibt Pfarrer Sebastian. „Die größte Herausforderung ist jedoch momentan, den Kindern über den Schock hinwegzuhelfen, der durch die Flutwelle hervorgerufen worden ist. Wir haben professionelle Berater eingeladen, uns dabei zu helfen. Und unsere Lehrer bekommen spezielles Training, um mit diesen Kindern richtig umzugehen. Ich benutze diese Gelegenheit, meine aufrichtige Dankbarkeit jedem zu vermitteln, der uns spontan in unserer Not geholfen hat.“

Indischer Pfarrer Sebastian hilft den Flutopfern