Pflanzung, Obstbaumpflege und Bodenuntersuchung 

– der Herbst ist hier der richtige Zeitpunkt –

Die Arbeitsgruppe beim letzten Treffen.

Tipps für die Helfer: Ein Baumanstrich fördert die Rindenbildung.


Die Arbeitsgruppe beim letzten Treffen. Viele Tipps und Anregungen
wurden gegeben, restliche Arbeiten, die im Herbst anstehen noch erledigt.
v.li. Willi Schwiers, Volker Hilpert, Lothar Reuter und Rudolf Wagner.

Vorbeugen ist besser als heilen. Dieser Grundsatz gilt besonders,
wenn es um den Schutz unserer Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen geht.
Die Maßnahmen fangen dabei bereits bei der naturgemäßen Bodenpflege an, sowie die
Auswahl standortgerechter Pflanzen. Ziel der Baumpflege ist z.B. die Gesunderhaltung des Baumes. Eine gezielte Düngung verbessert die Nährstoffversorgung und erhält die Toleranz gegenüber Schaderregern und Witterungseinflüssen. Für die Obstbäume,
Beerensträucher und Ziersträucher sind die Schutzmaßnahmen möglichst rechtzeitig
vorbeugend durchzuführen. Lothar Reuter – Teilnehmer der Arbeitsgruppe – nimmt auch gerne Tipps und Anregungen für den eigenen Garten mit. „So sind das Anbringen der Leimringe, das Weißen der Obstbäume und die Bodenuntersuchung einige Maßnahmen, die im Herbst anstehen“.

Rindenpflege und Leimringe:
Das Anlegen von Leimringen an Bäumen ist ein bewährtes Verfahren gegen alle
Schädlinge, die an Baumstämmen kriechen oder Eier ablegen. Der Raupenleimring
ist ein gebrauchsfertiger Insektenfanggürtel zum Schutz von Obst- und Ziergehölzen.
Er ist einfach anzuwenden und mehrere Monate wirksam.
Schroffe Temperaturveränderungen in den Wintermonaten, sowie eine intensive Erwärmung durch Sonnenbestrahlung verursachen Spannungen im Rindengewebe der Stämme, die zu Frostrissen führen können. Das Weißen der Obstbaumstämme zählt zu den altbewährten Pflegemaßnahmen. Der Baumanstrich schützt und gesundet das Rindengewebe, fördert die Rindenbildung, so Rudolf Wagner. Der Baumanstrich ist das ganze Jahr über anwendbar, am besten jedoch im Spätherbst an frostfreien Tagen. Rindenteile sollten zuvor mit einer Bürste entfernt werden. Die Behandlung sollte nur bei trockener Witterung auf trockenem Stamm durchgeführt werden. Zur besseren Haftung kann der Baumanstrich mit einer kleinen Menge Kleister angerührt werden.

Der Baumanstrich gesundet das Rindengewebe und fördert die
Rindenbildung, so Rudolf Wagner.
Die Behandlung sollte bei trockener Witterung durchgeführt werden. 

Allgemeine Düngung:
Mit den letzten Arbeiten im Oktober/ November wird beim Gartenland, oder Wiese mit Obstbäumen, nur noch eine Kalkdüngung vorgenommen.
Der Boden im Siegerland gilt als kalkarm. Zur Erhaltungsdüngung genügen ca. 75 gr. Kalk pro m² jährlich. ( dazu Düngevorschlag der Bodenuntersuchung beachten. ) *

Baumkauf in der Baumschule – und Pflanzung:

Baumkauf ist Vertrauenssache. Jeder sollte deshalb nur in Qualitätsbaumschulen, deren
Ware das Markenetikett trägt, einkaufen. Dadurch ist weitgehend Gewähr gegeben, dass die Ware den vorgeschriebenen Qualitätsmerkmalen entspricht, so z.B. mit Sorten und
Unterlagenbezeichnungen. Obstbäume haben eine lange Lebensdauer. Deshalb sollte nur
gutes Pflanzmaterial verwendet werden. Kräftiges Wurzelwerk, gesunder gerader Stamm und eine wüchsige Krone, ist für den Erfolg entscheitend. Hierzu kommen die
inneren Werte wie Unterlage und Sorte.
Pflanzung:
Bei der Pflanzung ist auf den richtigen Abstand zu achten. Wer wenig Erfahrung hat,
pflanzt meist zu dicht. Die jungen Bäumchen verführen gerade dazu.
Zuerst die Pflanzgrube ausheben, es folgt das Einschlagen des Pfahls, das Einkürzen
der Beschädigten oder langen Wurzeln und das Einschlämmen an der Pflanzstelle.
Durch leichtes Rütteln des Bäumchens, fällt die Erde in alle Hohlräume und kommt so dicht an die Wurzeln. Ebenfalls wird um den Baum herum die Erde leicht angetreten
und der Baum mit einem Kokusfaserstrick in Form einer 8 am Pfahl angebunden. Das Anbinden sollte aber ganz locker geschehen. Der Pfahl sollte auch immer an der
Südseite stehen. Bei Spindelbüschen ist darauf zu achten, das Zeitlebens ein Pfahl benötigt wird. Ist im Herbst gepflanzt, dann führen wir den Pflanzschnitt erst im darauf folgenden Frühjahr aus. Wichtig ist auch: Der Baum sollte bei der Pflanzung nicht tiefer
stehen wie in der Baumschule, d.h. die geschwulstartige Veredlungsstelle soll noch zu sehen sein und eine Handbreit über der Erde liegen.

Fehlt ein Nährstoff? Die Bodenuntersuchung kann Hinweise über mögliche
Ursachen für das gestörte Pflanzenwachstum geben.
Volker Hilpert im Garten bei einer Probenentnahme.

Bodenuntersuchung mit Düngevorschlag:
Auf Flächen die kränkelte Kulturen zeigen kann eine Bodenuntersuchung oft Hinweise
über mögliche Ursachen für das gestörte Pflanzenwachstum geben.
Fehlt ein wichtiger Nährstoff ? , ist die Fläche überdüngt ?
Die Bodenuntersuchung umfasst 14 Bestimmungen wie PH -Wert, Kalk, Phosphor,
Magnesium usw. Zu jeder Probe gehört eine Beurteilung der Analysenergebnisse mit Vorschlägen der Düngung und Bodenverbesserung. Bei Acker- und Gartenland nimmt man Proben bis zu einer Tiefe von ca. 20cm, bei Wiesen und Weiden bis zu einer Tiefe von ca. 10-15 cm. Die sorgfältige und richtige Probenentnahme ist für den Erfolg von Bedeutung. Dazu Volker Hilpert: „Es ist wichtig das die Probe den Durchschnitt der ganzen Fläche entspricht. Man zieht ca. 10 – 20 Proben an verschiedenen Stellen des Grundstückes. Aus dieser Mischung wird dann eine Durchschnittsprobe von 200 gr. entnommen. Diese im Kunststoffbeutel verpacken. Die Probe mit Name, Grundstück, Entnahmetag, angebaute Kultur, Vorfrucht und bisheriger Düngung sauber beschriften“.Adresse: An die Hessische Landwirtschaftliche Versuchsanstalt
– Landw. Untersuchungsamt, Am Versuchsfeld 13, 34128 Kassel

Text und Fotos: Heinrich Bruch

Der Garten im Herbst