Irmgarteichen – ein Ort im Johannland mit historischer Vergangenheit. 1270 erstmals urkundlich erwähnt. Die katholische Kirche wird im Jahr 1325 erstmals als Pfarrstelle genannt. Der Ort Irmgarteichen hat wie alle Johannländer Dörfer seinen eigenen Schutzpatron – den heiligen Josef. Man kann davon ausgehen, dass Irmgarteichen seinen Schutzpatron St. Josef schon ein paar hundert Jahre besitzt. In den Kirchenbüchern – ab 1623 – ist nichts von dem Beginn dieses Festtages zu finden. In der alten Pfarrkirche St. Cäcilia standen früher auf dem Hauptaltar drei geschnitzte Holzfiguren. Sie wurden alle gerettet. Beim Abbruch des Hochaltares wurden Konsolen, Verschläge, Beichtstühle und Bänke verbrannt.

Traditionell werden die Heiligen in den Dörfern verehrt und an den jeweiligen Todestagen Feiertage eingelegt. So auch in Irmgarteichen – am 19. März jeden Jahres feiern die Bewohner den Josefstag. Der Tag beginnt mit einem Festgottesdienst, den der örtliche Gesangverein „MGV 1862 Cäcilia Irmgarteichen“ mit einigen Liedern mitgestaltet. Verwandte und Freunde, die zum Fest gekommen sind, werden gut beköstigt. Zu früheren Zeiten ruhte am Josefstag sogar die knechtliche Arbeit.

Nach dem ersten Weltkrieg begann man im Jahr 1920 mit den Arbeiten eines Ehrenmals an der Koblenzerstraße. Der Grundriß vom Denkmal war eine Dreiecksform, mit Bruchsteinmauern links und rechts , die dreifach mit Stufen abgesetzt waren. Die Tafel mit den Namen der Gefallenen des ersten Weltkriegs befanden sich am oberen Podest. In der Mitte ein kleiner Raum für eine Josefsfigur, die mit einer Glasplatte verschlossen war. Die Figur des hl. Josef aus Gipsmasse wurde von Bernhard Diehl beschafft.

Im Jahre 1950 mußte das Ehrenmal dringend ausgebessert werden. Die Gipsfigur wurde durch eine Tonfigur( Terrakotta ) ersetzt, dazu kam eine weitere Tafel von den Gefallenen des zweiten Weltkriegs.
Die Landstraße ( L722) durch Irmgarteichen wurde 1981 neu ausgebaut. Dadurch mußte das Ehrenmal abgebrochen werden. Das neue Mahnmal wurde am 19. März 1983 auf Joseftag auf dem Kirchplatz übergeben. Durch den Ausbau der Glockenstraße mit Kirchplatzerneuerung im Jahre 1991 muß das Ehrenmal mit Joseffigur erneut abgebrochen und eingelagert werden. Das neue Ehrenmal wurde 1994 einfacher gebaut. Das Bauwerk besteht nur noch aus Bruchsteinrahmen mit Dach- und Gefallenentafeln.Die Pfarrkirche wurde 1995 restauriert. Im Zuge des Umbaus entstand ein neuer Begegnungsraum im Keller, den auch der Eine-Welt Laden nutzt. Dort, auf einem Podest, hat Josef , der Patron der Irmgarteichener seinen Platz gefunden.

Patronatsfest
Patronatsfest in Irmgarteichen, unter Mitwirkung des MGV Cäcilia wird in diesem Jahr das Hochamt am Sonntag, 23. März um 10.45 Uhr gefeiert.

Text und Foto: Heinrich Bruch

St. Josef – Schutzpatron der Irmgarteichener