Im Frühsommer und Sommer, wenn die Vegetationsperiode ihren Höhepunkt erreicht hat, geben die Wiesen und Weiden dem naturkundlich interessierten Wanderer einen besonderen Anblick. Was vielen Menschen nur aus dem Urlaub bekannt ist, kann man auch direkt vor unserer Haustür beobachten und erkunden. Blühende Orchideen im Naturschutzgebiet „Gernsdorfer Weidekämpe“, zwischen Gernsdorf und Irmgarteichen gelegen. Ausgesprochen reizvoll sind die Orchideenwiesen im Gebiet „Sännerhaufs Bruch“. Gleich einer Augenweide beherbergen sie unzählige Exemplare des Gefleckten- und Breitblättrigen Knabenkrautes und der grünen Waldhyazinthe. Die Gernsdorfer Weidekämpe stellen die zahlreichsten Orchideenbestände in ganz Südwestfalen. Selbst die Arnika, eine unserer seltensten Pflanzenarten, hat hier ein Refugium gefunden.

Auch Vogelkundlich gibt es hier viele Besonderheiten. Wo Hecken, bestehend aus Schlehe, Weißdorn und Heckenrose die Wiesen und Weiden gliedern, hat der Neuntöter sein zu Hause. Dieser Vogel, der auch „Rotrückenwürger“ genannt wird, ist vielerorts durch die Ausräumung der Landschaft – insbesondere die Beseitigung von Hecken – selten geworden. Einige Paare dieses „hübschen“ Vogels brüten zwischen Gernsdorf und Irmgarteichen.

Wo die Flur offener wird, und der Blick über die ausgedehnten Feucht- und Glatthaferwiesen in Richtung Irmgarteichen fällt, finden sich Braunkehlchen, Wiesenpieper und Dorngrasmücke. Sie stehen alle, zusammen mit dem Neuntöter, auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen in Deutschland. Die Feldlerche, mit etwa zehn Paaren auf der Irmgarteichener Höhe vertreten, trägt ihr Lied hoch am Himmel vor.

Wenn das Jahr vorangeschritten und den Hochsommer erreicht hat, kann man auch viele, zum Teil sehr seltene Schmetterlingsarten wie den violetten Perlmutterfalter, den für magere Wiesen typische Schachbrettfalter, sowie den an feuchten Waldrändern fliegenden Großen Schillerfalter beobachten. Alle diese Tiere und Pflanzen sind auf eine naturverträgliche und extensive Landwirtschaft angewiesen. So werden die meisten Flächen im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms bewirtschaftet. Ohne den Einsatz der heimischen Landwirte und Naturschützer würde diese Oase verloren gehen. Die Schönheit soll allen erhalten bleiben.

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Für Wanderer und Naturliebhaber sind die Orchideen im Gernsdorfer Naturschutzgebiet eine Augenweide.

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Blick ins Naturschutzgebiet „Gernsdorfer Weidekämpe“.

Text und Fotos: Heinrich Bruch

Naturschutzgebiet „Gernsdorfer Weidekämpe“ – Orchideen bieten besonderen Anblick