Stück für Stück verschwindet die Johannlandbahn aus dem Landschaftsbild:  Der Rückbau der Gleisanlagen zwischen Dreis Tiefenbach und Werthenbach, der vor einigen Wochen begonnen hatte, „ist schon fast abgeschlossen”, sagt Geschäftsführer Martin Lauffer von der Kreisbahn Siegen-Wittgenstein GmbH.

Lediglich der „Inselbetrieb” der Firma Irle in Deuz läuft weiter, da sie über einen Privatanschluss verfügt. Teile der Strecke von Dreis-Tiefenbach bis ins obere Johannland wurden von den an der Strecke ansässigen Firmen erworben, die auch für den Rückbau zuständig waren.

Viele Schienen werden verschrottet

Der KSW blieb auf der 12 Kilometer langen Strecke ein Großteil der Gleise und Bahnschwellen, die in aufwändiger Arbeit demontiert werden mussten. Die Mitarbeiter eines Subunternehmens mussten zunächst die großen Schrauben der Gleiskörper mit einer speziellen Maschine lösen. Dann konnten die zentnerschweren Schienenstränge mit einem Kran gehoben und aufgestapelt werden.

„Die Bahnschwellen müssen fachgerecht entsorgt werden da sie mit einer speziellen Farbe getränkt sind”, sagt Lauffer. Große Teile der Schienenstränge sind kaputt und werden verschrottet. Einige Neuere sind für den Export bestimmt. Nur die Strecke von Weidenau nach Dreis-Tiefenbach bleibt erhalten.

Personenverkehr 1906 begonnen

Die frühere Kleinbahn Weidenau-Deuz GmbH wurde am 4. Juni 1904 gegründet. Ziel war es, das Amt Netphen im oberen Siegtal mit einer Bahn zu erschließen. Der Personen- und Güterverkehr auf dem 11,3 Kilometer langen Teilstück von Weidenau nach Deuz wurde am 1. Dezember 1906 aufgenommen. Die Fortsetzung bis Irmgarteichen-Werthenbach (4,8 Kilometer) folgte für Personenzüge am 1. Dezember 1916 und für Güterzüge am 21. Mai 1917. Eingestellt wurde der Personenverkehr am 25. Mai 1968. Erst in den Jahren ab 1990 begann der Rückgang des Güterverkehrs. 1970 wurde die Kleinbahngesellschaft auf die Siegener Kreisbahn übertragen.

Netphen, 11.11.2009, Jürgen Schade, http://www.derwesten.de/staedte/netphen/Ein-Stueck-Geschichte-verschwindet-id882098.html

Johannlandbahn: Ein Stück Geschischte verschwindet