Arbeitsgruppe trifft sich regelmäßig.
Streuobstwiese und Hausgärten in Augenschein genommen.
Schulungen, Besichtigungen und Ausforstungen stehen auf dem Programm. 

( von Heinrich Bruch )

Bäume prägen die Landschaft und das in ihr liegende Dorf entscheidend. Dazu bilden Heimische Sträucher und Hecken eine natürliche Ergänzung des Baumbestandes. Die Obstbaumreihen an Straßen und Feldwegen – oder ganze Streuobstanlagen, wie wir sie in Irmgarteichen finden, sind in den letzten Jahren mehr und mehr entstanden. Sie tragen erheblich zu dem dörflichen Charakter und zu einem ausgewogenem Bild des Dorfes in der Landschaft bei. Der Blick vom Friedhof zeigt in eindrucksvoller Weise den Grüngürtel um die Ortschaft Irmgarteichen herum, die Arbeitsgruppe war vor Ort. „Der Erhalt und die Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen sind daher wichtige Zielsetzungen für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur“, so Heinrich Bruch.

Die Arbeitsgruppe hatte jetzt einen weiteren Termin. Dabei wurden wichtige Pflege –und Schnittmaßnahmen besprochen, die in den Sommermonaten Juli und August anfallen. Heinrich Bruch gab dabei einige Tipps . Dabei wurden alle für den Kronenaufbau entbehrlichen Äste und Triebe, die man im Winter ohnehin entfernen würde, weggeschnitten. Gemeint sind vorwiegend stark wachsende Jungbäume im Alter von zwei bis sechs Jahre.
In dieser Zeit werden die Leittriebe noch jährlich zurückgeschnitten, um ein möglichst tragfähiges Kronengerüst zu erzielen. Nach dem Neuaustrieb können viele dieser Triebe nicht bleiben. Sie stehen zu dicht, wachsen zu steil oder ragen in das Kroneninnere. Belässt man diese überflüssigen Triebe den ganzen Sommer in der Baumkrone, so nehmen sie viel Licht und Nährstoffe weg. Um das zu vermeiden, kann man jetzt die überflüssigen Triebe entfernen. Die entstehenden Wunden verheilen rasch und brauchen nicht verstrichen zu werden. Ende Juli – Anfang August ist auch der richtige Zeitpunkt zum Waagrechtbinden von steilstehenden kräftigen Seitentrieben. Um diese Zeit beginnt das Verholzen der Jungtriebe. Werden sie jetzt herabgebunden , so bleiben sie innerhalb weniger Wochen ständig in dieser Stellung. Außerdem werden im August die Blütenknospen für das kommende Jahr gebildet.

Dazu Rudi Wagner: Auch das Abspreizen der Leitäste lässt sich im Sommer leichter durchführen als beim Winterschnitt. Kranke Triebe werden ebenfalls entfernt.
Nach der Ernte werden Süßkirsche, Himbeeren und Johannisbeeren geschnitten.

Besichtigungen für Arbeitsgruppe:

Für die Arbeitsgruppe ist aber nicht nur Arbeit angesagt. In lockeren Runden sollen auch weiterhin Besichtigungen und Schulungen erfolgen. So hatten die Teilnehmer der Arbeitsgruppe die Möglichkeit die Hausfassade von Ingeborg und Paul Schöttler zu besichtigen. Fassadenbegrünung ist fast überall möglich und äußerst anspruchslos. Leere Hausflächen, Garagen oder sonstige Ecken sind wieder ansehnlich.

Außerdem gleichen die Pflanzen die Extremfälle des Klimas aus: Sie sorgen im Sommer für Kühle, im Winter für Wärme. Der Raum zwischen Fassade und Begrünung sorgt für regulierendes Kleinklima und optimale Belüftung. Selbst das Klima im Innenraum wird durch Luftpolster verbessert. Eine durchdacht angelegte Pflanzenhülle, als natürliches Schutzschild gegen Schlagregen. Die Insekten finden hier idealen Lebensraum im Klettergrün auch für Käfer, Schmetterlinge und Vögel, so Ingeborg Schöttler.
Wilder Wein und Efeu sind hier zu Lande die häufigsten Fassadenbegrüner.

Den Abschluss bildete der Rundgang in der Streuobstwiese von Heins – Josef Büdenbender. Dabei wurde das Blatt – Fruchtverhältnis bei verschiedenen Apfelsorten angesprochen ( Foto ). Dichtere Fruchtbüchel und verkrüppelte Früchte auf jeden Fall entfernen.
Der Wundverschluss hat im Sommer keine große Bedeutung. Je nach Art der Schäden, der Pflanzenart sowie der Jahreszeit kann auf eine Wundbehandlung verzichtet werden. Vom Rand aus entwickelt sich das Gallusgewebe, das zur Überwallung führt.
Je nach Größe der Wunde kann das einige Jahre dauern. Eine Hilfe ist dabei
das jährliche Anritzen der Wunde während des ersten Wachstumsschubes.
Bei Winterverletzungen bzw. bei Schnittmaßnahmen ab November ist der Wundverschluss noch immer erforderlich, da zu diesem Zeitpunkt der Vegetationsruhe durch den Baum keine Abwehrmaßnahmen gebildet werden können.

Zum Bild: Die Fassadenbegrünung bei Ingeborg und Paul Schöttler. Eine durchdacht angelegte Pflanzenhülle, als natürliches Schutzschild gegen Schlagregen. Die Insekten finden hier idealen Lebensraum im Klettergrün.

Fotos: Heinrich Bruch

Sommerschnitt – und Sommerbehandlung an Obstgehölzen