Pflanzung, Obstbaumpflege und Bodenuntersuchung  –  der Herbst ist hier der richtige Zeitpunkt

Tipps für den Garten: Ein Baumanstrich fördert die Rindenbildung.

Praktische Maßnahmen wichtig.

Der Herbst läutet das Ende des Gartenjahres ein, dazu bilden die Farben ein faszinierendes Schauspiel der Natur. Bevor jedoch alles in den verdienten Winterschlaf fällt, sind noch einige Arbeiten zu erledigen. Die Gruppe für „Obstbaumschnitt und Grüngestaltung im Ort“  trifft sich regelmäßig. Die Leitung hat Heinrich Bruch.

Die Maßnahmen fangen dabei bereits bei der naturgemäßen Bodenpflege an. Eine gezielte Düngung verbessert die Nährstoffversorgung und erhält die Toleranz gegenüber Schaderregern und Witterungseinflüssen. Für die Obstbäume, Beerensträucher und Ziersträucher sind die Schutzmaßnahmen möglichst rechtzeitig vorbeugend durchzuführen. Herbert Müller – Teilnehmer der Arbeitsgruppe – nimmt auch gerne Tipps und Anregungen für den eigenen Garten mit. „So sind das Anbringen der Leimringe, das Weißen der Obstbäume und die Bodenuntersuchung  einige Maßnahmen, die im Herbst anstehen“.

Die Frostspanner kommen, ein Leimring hält sie auf

Das Anlegen von Leimringen an Bäumen ist ein bewährtes Verfahren gegen alle Schädlinge, die an Baumstämmen kriechen oder Eier ablegen. Der Raupenleimring ist ein gebrauchsfertiger Insektenfanggürtel zum Schutz von Obst- und Ziergehölzen. Er ist einfach anzuwenden und mehrere Monate wirksam.

Schroffe Temperaturveränderungen in den Wintermonaten, sowie eine intensive Erwärmung durch Sonnenbestrahlung verursachen Spannungen im Rindengewebe der Stämme, die zu Frostrissen führen können. Das Weißen der Obstbaumstämme zählt zu den altbewährten Pflegemaßnahmen. Der Baumanstrich schützt und gesundet das Rindengewebe, fördert die Rindenbildung und ist das ganze Jahr über anwendbar, am besten jedoch im Spätherbst an frostfreien Tagen. Rindenteile sollten zuvor mit einer Bürste entfernt werden. Die Behandlung sollte nur bei trockener Witterung auf trockenem Stamm durchgeführt werden. Zur besseren Haftung kann der Baumanstrich mit einer kleinen Menge Kleister angerührt werden.

Bodenuntersuchung mit Düngevorschlag

Auf Flächen die kränkelte Kulturen zeigen kann eine Bodenuntersuchung oft Hinweise über mögliche Ursachen für das gestörte Pflanzenwachstum geben. Fehlt ein wichtiger Nährstoff? , ist die Fläche überdüngt? Die Bodenuntersuchung umfasst 14 Bestimmungen wie PH -Wert, Kalk, Phosphor, Magnesium usw. Zu jeder Probe gehört eine Beurteilung der Analysenergebnisse mit Vorschlägen der Düngung und Bodenverbesserung. Bei Acker- und Gartenland nimmt man Proben bis zu einer Tiefe von ca. 20cm, bei Wiesen und Weiden bis zu einer Tiefe von ca. 10-15 cm. Die sorgfältige und richtige Probenentnahme ist für den Erfolg von Bedeutung. Dazu Rudi Wagner: „Es ist wichtig das die Probe den Durchschnitt der ganzen Fläche entspricht. Man zieht ca.  10 – 20 Proben an verschiedenen Stellen des Grundstückes. Aus dieser Mischung wird dann eine Durchschnittsprobe von 200 gr. entnommen. Diese im Kunststoffbeutel verpacken. Die Probe mit Name, Grundstück, Entnahmetag, angebaute Kultur, Vorfrucht und bisheriger Düngung sauber beschriften“.

Adresse: An die Hessische Landwirtschaftliche Versuchsanstalt
             – Landw. Untersuchungsamt, Am Versuchsfeld 13, 34128 Kassel

Der Boden  im Siegerland gilt als kalkarm. Zur Erhaltungsdüngung genügen ca. 75 gr. Kalk pro m jährlich. (dazu Düngevorschlag der Bodenuntersuchung beachten.)

  • Ebenfalls werden bei frostfreiem Wetter Laub- und Nadelgehölze sowie Obstgehölze, Beerensträucher und Hecken gepflanzt.
  • Die Rosen anhäufeln und den Steingarten sowie alle kälteempfindlichen Stauden gut mit Tannen- und Fichtenreisig abdecken.
  • Werkzeuge säubern, nachschleifen, etwas einölen, evtl. Ersatzteile besorgen.
  • Schnittzeitpunkte beachten (siehe Tabelle).

Kübelpflanzen richtig überwintern

Geeignet sind alle Räume, die gut zu lüften sind. Treppenhaus, Keller, Wintergarten oder
verglaster Balkon. Die Pflanzen kommen im September/ Oktober ins Winterquartier und
bleiben dort bis April/ Mai.


Die Arbeitsgruppe beim letzten Treffen. Dabei wurden allgemeine Pflegemaßnahmen die im Herbst anstehen, besprochen und gezeigt.

Optimale Schnittzeitpunkte bei Obstgehölzen

Die Hauptschnittmonate liegen im Febr./März sowie im Juli/August.


 

Text und Foto: Heinrich Bruch

Arbeitsgruppe trifft sich regelm