Kaum ein Ort im Netphener Stadtgebiet ist so reich an lebendigen Traditionen, gemeinschaftlichem Engagement und dörflicher Identität wie Irmgarteichen. Einer, der diese Facetten seit Jahrzehnten fotografisch und schriftlich festhält, ist Heinrich Bruch. Nun hat er sein erstes umfangreiches Heimatbuch veröffentlicht: „Irmgarteichen – Ein Siegerländer Dorf. Brauchtum, Tradition und Geschichten“.
Wir haben mit dem Autor über die Entstehung des Buches und die Liebe zu seinem Heimatdorf gesprochen.
🟡„Herr Bruch, Sie sind 1955 in Irmgarteichen geboren. Was hat Ihre Kindheit geprägt?“
Heinrich Bruch: Ich bin in einem bäuerlichen Umfeld groß geworden, so wie viele Kinder hier im Dorf. Meine Eltern führten eine kleine Landwirtschaft im Nebenerwerb, bis Anfang der 70er-Jahre. Für uns Kinder war das selbstverständlich: Kühe treiben, Heu machen, im Garten helfen – das gehörte einfach dazu. Diese Verbundenheit mit Natur und Jahreslauf hat mich geprägt, und viele dieser Erinnerungen finden sich heute im Buch wieder.
🟡„Wann begann Ihre Leidenschaft für die Fotografie?“
Bruch: Ganz früh. Meine erste Kamera habe ich mir von meinem Kommuniongeld gekauft – ein Riesenschatz damals. Von da an habe ich praktisch alles fotografiert, was mir vor die Linse kam: Feste, Bräuche, Vereinsleben, Traditionen, Veränderungen im Dorf. Dadurch ist über die Jahrzehnte ein echter Schatz zusammengekommen. Heute liegen bei mir rund 30.000 digitale Fotos, dazu viele alte Abzüge und Negative aus der Familiengeschichte.
🟡„Wie entstand die Idee, daraus ein Buch zu machen?“
Bruch: Die ersten Gedanken dazu gab es schon vor über sechs Jahren. Ich habe angefangen, alte Unterlagen meines Großvaters Leonhard Schmitt und meiner Mutter Anna zusammenzutragen – Briefe, Aufzeichnungen, Fotos. Immer mehr Menschen aus dem Dorf erzählten mir Geschichten aus früheren Zeiten. Da wurde mir klar: Wenn man das nicht bald sammelt und aufschreibt, geht etwas verloren.
🟡„Was erwartet die Leserinnen und Leser auf den 290 Seiten?“
Bruch: Ein Rundgang durch Irmgarteichen – früher und heute. Vom dörflichen Alltag über alte Handwerksberufe, Landwirtschaft und Vereinsleben bis hin zum Wandel über die Jahrzehnte. Dazu viele persönliche Erinnerungen, Anekdoten, historische Fotos, Zeichnungen und Zeitdokumente. Mir war wichtig, dass das Buch kein trockener Heimatband wird, sondern ein lebendiges Bild unseres Dorfes.
🟡„Gab es besondere Momente während der Arbeit am Buch?“
Bruch: Viele. Manches Foto hatte ich seit Jahren nicht mehr in der Hand, und plötzlich war die Erinnerung wieder ganz klar da. Besonders bewegt haben mich die Geschichten, die mir ältere Dorfbewohner erzählt haben – vom Backhaus, von den Kriegsjahren, von traditionellen Bräuchen. Es war mir ein großes Anliegen, diese Stimmen im Buch zu bewahren.
🟡„In einem solchen Projekt steckt viel Arbeit. Wer hat Sie unterstützt?“
Bruch: Allen voran möchte ich meiner Frau Elke und meinen Kindern Kathrin und Michael danken. Sie haben mich motiviert und viele praktische Dinge übernommen, sei es beim Digitalisieren, Layouten oder einfach durch ehrliche Rückmeldungen. Darüber hinaus danke ich allen, die mir Fotos, Dokumente oder Erinnerungen zur Verfügung gestellt haben. Viele ältere Dorfbewohner haben ihre Geschichten mit mir geteilt, und ohne sie wäre das Buch nur halb so reich.
„Herr Bruch, vielen Dank für das Gespräch.“
📖 Das Buch „Irmgarteichen – Ein Siegerländer Dorf. Brauchtum, Tradition und Geschichten“ umfasst 290 Seiten und ist ab sofort bei Herrn Bruch und in der Buchhandlung Weinaug erhältlich.
Quelle: Interview und Foto: Lina Görg

