Eisenstraße

Geschichtliche Entwicklung der Eisenstraße:

660 vor Christi: Menschen wandern von Süden – aus dem heutigen Hessischen – in das Siegerland. Sie suchen und finden kleine, rotbraune Steine: Erz. In Rennöfen an den Berghängen erschmelzen die Kelten unter Zugabe von Holzkohle das Eisen, das sie von der Erdoberfläche auflesen. Schwieriger war es, das Erz im Tagebau auszugraben: Siegerland-Eisenland über 2600 Jahre lang! Die Menschen sind Hüttenleute, Schmiede, Holzhandwerker mit großartigem technischen Know-how. Der weitläufige Handel floriert. All das setzt gute Handelsweg voraus. Regionale und überregionale, Fernwege laufen oft als Höhenwege über langgezogene Wasserscheiden und Gebirgskämme, die Täler waren damals Sumpfgebiete und dadurch unpassierbar. Der Rothaarsteig orientiert sich hier im Großen und Ganzen an einer bedeutenden alten Handelsroute.

Besonders stark genutzt wurde die zentrale Verbindung zwischen Ginsburger Heide und der Abzweigung zur Haincher Höhe: die spätere Eisenstraße.

Teilweise ist die mittelalterliche Steinpflasterung noch zu erkennen. Eisenzeitliche Ringwallanlagen in der Nähe haben verschiedene Funktionen. Eine ist die Kontrolle und der Schutz von wichtigen Fernwegen. Die mächtige „Alte Burg“ (633 ü. NN) liegt nur gut zwei Kilometer westlich von der Eisenstraße entfernt.
Hochkonjunktur für Hüttenleute, Schmiede, Köhler und Fuhrleute während einer weiteren Blütezeit der Siegerländer Einsenindustrie dem späteren Mittelalter. Hochbetrieb auf der Eisenstraße und den Kohlenstraßen, deren Namen an ihre Nutzung erinnern. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts setzen sich Landesherren, Kaufleute und Fuhrleute nachdrücklich für den Bau von „Kunststraßen“ ein. Diese verlaufen abschnittsweise schnurgerade, haben ein künstliche, gewölbte Steindecke mit Randsteinen und Gräben rechts und links. Sie sind das ganze Jahr über trocken, die Fuhrleute können schwerer laden, und eine Gleisbildung wird verhindert. Die Eisenstraße und die Kohlenstraßen waren die ersten „Kunststraßen“ der Region – verlieren aber bald an wirtschaftlicher Bedeutung.

Infos: Rothaarsteig / Foto: Fam. Reuter

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