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Drette Krestach 2004
Hermedeicher Dorfzeitung Peinlichkeiten mit Moral
zum Drette Krestach – Jahresrückblick

„Et is scho emmer so gewäse, um Drette Krestach wird
vergeläse“, so auch dieses Jahr: Am Tag nach Weihnachten, dem sog. "Drette
Krestach", trafen sich die Junggesellen aus Irmgarteichen, um singend,
erzählend und reimend durch den Ort zu laufen und die diesjährigen
"Paragraphen", Peinlichkeiten, Missgeschicke und Geschichten der
Dorfbewohner in gereimter Form zu erzählen.

Die Hermedeicher Jonge teilten sich in mehrere Gruppen
auf: Die einen trugen die Paragraphen an wichtigen Knotenpunkten
(oftmals auch vor dem Haus der betroffenen Person) mithilfe eines
Megafons vor. Die anderen (drei 2er-Teams) verteilten die "Paragraphen"
im Ort, sammelten dafür Geld und Wurst als Belohnung, die dann am Abend
mit Sauerkraut und Püree verspeist wurde. Gleichzeitig schenkten sie
einen Schnaps aus - als Zeichen der Dankbarkeit.
Den Ursprung hat dieser Brauch vor fast 55 Jahren. Damals, als fast
jeder Ortsbewohner noch selbst schlachtete, wurden am Tag nach
Weihnachten zum "Drette Krestach" in "Hermedeiche" viele Würste
gesammelt, die abends gemeinschaftlich verspeist wurden. Da die Zeit
heute eine andere ist und manche der neuen Dorfbewohner die alte
Tradition nicht mehr kennen, ist man auch mit Geld zufrieden, womit dann
Wurst gekauft werden kann.
Insgesamt 10 "Schlachzeile on weldhistorische Ereichnisse" des
vergangenen Jahres wurden aufgeführt:
Beispielsweise wurden die „Häuslebauer“ aus dem Ort ermahnt, ihre
Fassaden nicht in grellen und hässlichen Farben anzustreichen, wie dies
die vergangenen Jahre oftmals vorgekommen ist. Und die Moral von der
Geschicht: „Ob Pink, ob Grau, ob Blau, ob Gelb, Hauptsache das Dorfbild
wird nicht entstellt“. Der Abriss des Jugendheims, nächtliche
Baumfällaktionen oder der „Schiefe Turm von Hainchen“ alias Osterfeuer
spielten auch eine Rolle.
Am Schluss ihres Paragraphen-Blattes bedankten sich die Junggesellen bei
Klaus Irle, der ihr traditionelles Treiben am "Drette Krestach" mit 50 l
Freibier unterstützt. Auch Büdenbender Hausbau wurde für die Druckkosten
des Werkes gedankt.
Ausklang war abends im Gasthof Ley. Die Orts-Mädchen waren auch
eingeladen, um sich mit den Junggesellen zu vergnügen. Diese Tradition
beweist auch ein alter Vers, der jedes Jahr mit abgedruckt wird: "Brengt
Geld on vell goore Worscht herbie, on och ouw scherne on lewe Wieweslie.
Da sin mer zerfrerre on os deret reiche, dät sin die Jonge fuu on zoo
Hermedeiche!
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