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Arbeitsgruppe beim
Obstbaumschnitt Auch Hochstämme in der Streuobstwiese brauchen Pflege. Die
Arbeitsgruppe „ Grüngestaltung im Ort“ hat den Obstbaumschnitt in
der Streuobstwiese durchgeführt.
Nur
wenn die Bäume in den ersten Jahren in die richtige Form gebracht und in
den Folgejahren regelmäßig durch Rückschnitt gepflegt werden, stimmt
der Ertrag. Warum
Schneiden ? Durch
den Schnitt wird verhindert, dass der Baum zu viele steilstehende Triebe
und Äste entwickelt und zu dichte Kronen entstehen. Nicht geschnittene
Obstbäume tragen zudem recht unregelmäßig. In einem Jahr gibt es eine
Massenernte, in dem darauf folgendem dagegen vielfach überhaupt nichts.
Hinzu kommt, dass in nicht
geschnittenen Kronen die Früchte klein bleiben, wegen des Schattens wenig
Farbe bekommen und säuerlich schmecken. Außerdem werden unbehandelte, zu
dichte Baumkronen stärker von Pilzkrankheiten befallen als licht
gehaltene. Grund : Die Blätter bleiben nach Regenfällen länger feucht.
Obstbaumschnitt ist also auch vorbeugender Pflanzenschutz. Schnittwerkzeuge: Zunächst wird das richtige Werkzeug benötigt. Eine einschneidige Leichtmetallschere, eine Bügelsäge mit verstellbarem Blatt und ein Messer mit gebogener Klinge gehören dazu. Beim Obstbaumschnitt zählt die Praxis. Buchwissen ist zwar hilfreich, doch sollte man einen Kurs bei Gartenbauvereinen oder der Volkshochschule belegen. Zur eigenen Sicherheit sollte auch immer in der Gruppe mit 3-4 Personen geschnitten werden, das macht Spaß und der Lernerfolg ist größer. Fachkundige Anleitung und Tipps gab Heinrich Bruch. Als
Grundsatz gilt: Stark wachsende Bäume schwach schneiden, schwach
wachsende Bäume stark schneiden! Mit
dem Pflanzschnitt geht es los. Zur Förderung eines straffen
Kronenaufbaues wählt man beim Kernobst drei Leittriebe und einen
Mitteltrieb aus. Die sonst noch vorhandenen Triebe, vor allem der
Konkurrenztrieb, werden ganz entfernt. Beim Pflanzschnitt werden häufig
Fehler gemacht. Meistens bleiben zu viele Triebe stehen oder werden zu
lang gelassen. Häufig wird auch der Mitteltrieb zu hoch über den Leitästen
eingekürzt. Im allgemeinen gilt : Je kürzer die Leittriebe beim
Pflanzschnitt zurückgenommen werden, desto stärker ist der Austrieb. Der
Rückschnitt soll das Dickenwachstum der Äste fördern. Geschnitten wird
immer über einer nach außen gerichteten Knospe. Durch den Rückschnitt
eines Triebes werden die Seitenknospen gezwungen auszutreiben. Die Leitäste
sollen einen Winkel von etwa 45 Grad nach oben vom Stamm zeigen. Schnitt
nach dem ersten und zweiten Standjahr: Der
Schnitt der Kronen nach dem ersten Standjahr richtet sich hauptsächlich
nach dem erfolgten Austrieb. Zuerst werden die Konkurrenztriebe auf
Astring entfernt. Eventuell auch sonstige, starke, nach innen wachsende
Triebe. Beim Rückschnitt der Leitastverlängerungen zuerst wieder darauf
achten, dass die Knospen am Schnitt nach außen stehen. Sodann müssen die
Schnittstellen auf einer Höhe sein. Alle übrigen Triebe werden nicht zurückgeschnitten.
Nachdem die Bäume im zweiten Standjahr nun ein größeres Wurzelsystem
entwickelt haben, erfolgt der Austrieb auch dementsprechend stärker. Der
Rückschnitt wird nach dem selben System vorgenommen wie nach dem 1.
Standjahr. Man wird allerdings einige Triebe mehr entfernen müssen, die
nach innen wachsen und somit die Krone stark verdichten. Überwachungsschnitt: Etwa
nach dem sechsten Standjahr dürfte der Grundaufbau der Krone bei
freistehenden Büschen, Halb- oder auch Hochstämmen abgeschlossen sein.
Es kann jetzt der Überwachungsschnitt beginnen. Zunächst entfernt
man
das mehr als dreijährige, stark nach unten hängende Fruchtholz.
Man schneidet die Fruchtäste auf ein nach oben oder schräg nach außen
stehenden Reiter zurück. Im oberen Kronenteil beseitigt man alle zu dicht
stehende Triebe. Die Krone muss nach dem Schnitt locker und licht
aufgebaut sein. Die Leitastverlängerungen kürzt man jetzt nicht mehr
ein. Neue
Erkenntnisse: Der
Wundverschluss hat nicht mehr die Bedeutung wie vor einigen Jahren. Je
nach Art der Schäden, der Pflanzenart sowie der Jahreszeit kann auf eine
Wundbehandlung verzichtet werden. Bei Winterverletzungen und Schnittmaßnahmen
ab November ist der Wundverschluss noch immer erforderlich, da zu diesem
Zeitpunkt der Vegetationsruhe durch den Baum keine Abwehrmaßnahmen
gebildet werden können.
Bild: Michael Bruch |